Eine riesige Angst

Manchmal gehen wir auseinander ohne uns zu verabschieden. Drehen uns um. Und gehen davon. Gehen unseren Weg. Brechen den Kontakt ab. Ohne ein Wort.

Manchmal ist das wichtig. Es ist der entscheidende Schritt in die Zukunft. Der einzige Weg um alte Gewohnheiten abzulegen. Um die Geister der Vergangenheit zu verjagen. Gedanken loszuwerden, die uns zu viel Energie rauben. Gefühle loszuwerden, die wir nicht haben dürfen.

Die alten Geschichten müssen manchmal ruhen. Wenn wir uns im Kreis drehen. Die gleichen Fehler wieder und wieder machen. Wenn wir gefangen sind in den gleichen Gedanken. Und den gleichen Worten. Dann ist es manchmal wichtig, die Reißleine zu ziehen. Aus dem Karusell auszusteigen. Zu gehen. Und nicht zurück zu sehen.

Und doch bleibt die Angst. Was, wenn man nie wieder sagen kann, was man wirklich fühlt? Wenn man keine Gelegenheit mehr bekommt für offene Worte? Für eine Umarmung. Wenn es zu spät ist zu sagen was uns bewegt?
Wenn es vorbei ist.
Auf einen Schlag.
Für immer.
Endgültig.

Der Gedanke schnürt mir die Luft ab. Lässt eine leise Panik in mir wachsen. Allein die Vorstellung lässt mich innerlich zusammenbrechen. Lässt mich rennen bis meine Lunge brennt. Lässt ein Meer an Tränen in mir wachsen. Lässt mich schreien. In mir zerbricht etwas. Mein Herz zerspringt in tausend Stücke. Es gibt kaum einen schlimmeren Gedanken. Kaum eine quälendere Vorstellung. Nichts, was mir mehr Angst macht.

Doch es gibt keinen Weg zurück. Auch nach all den Jahren nicht.

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So viele Gründe

Gründe zu gehen.

Wir geben uns so viele Gründe aufzugeben. Zu verzweifeln.
So viele Gründe laut schreien zu wollen. Vor Wut. Vor Enttäuschung.
Wir geben uns Gründe, einander nicht zu verstehen. Erwartungen nicht zu erfüllen. Wir geben uns Gründe zu glauben, dass Abstand besser ist. Gründe daran zu zweifeln ob wir gut genug für einander sind.
Wir geben uns immer und immer wieder Gründe für Konflikte. Für Auseinandersetzungen. Tränen. Diskussionen. Gründe für falsche Entscheidungen. Entscheidungen die wir dann bereuen. Gründe für ein schlechtes Gewissen.

Jeder von uns gibt dem anderen so viele Gründe.
So viele Gründe zu gehen.

Was tun wir hier? Wir beide?

Warum geben wir uns nicht endlich Gründe zu bleiben?

Inspired by: Million Reasons

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Diese Corona-Sache

Oh, keine Sorge. Das hier wird keine Abhandlung über statistische Daten zu Corona. Das hier wird auch kein „tu-dies-und-das-nicht“. Und auch nicht der nächste innere Monolog darüber, wie unverantwortlich alle sind.

Aber es gibt wohl eine Sache, die uns allen gerade bewusst wird. Wir bemerken, was wirklich wichtig ist. Zu wem hält man in dieser Zeit den Kontakt? Und wer hält zu uns den Kontakt? Wer ist für uns wirklich wichtig? An wen denken wir? Körperlich abgeschnitten von der Außenwelt. Allein mit uns selbst und unseren Gedanken. Wenn wir uns aussuchen können, mit wem wir diese Zeit durchstehen wollen. Wer ist es? Und auf wen können wir verzichten?

Mir persönlich wird gerade Vieles vor Augen geführt. Vieles erscheint in einem anderen Licht. Und wie ist es bei euch?

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Ork-Angriff

Es gibt eine Szene am Ende von „Herr der Ringe – Die Gefährten“. Zum ersten Mal greifen die Orks an. Der Ringträger ist in Gefahr. Die Gefährten geben alles, um ihn zu verteidigen. Boromir stellt sich den Orks in den Weg. Da fliegen Pfeile. Sie treffen Boromir. In die Brust. Er kämpft weiter. Ein zweiter trifft ihn im Bauch. Er sinkt zu Boden. Steht auf. Kämpft weiter. Ein dritter Pfeil trifft. Wieder sinkt er auf die Knie. Der Atem geht schwer. Man spürt den Schmerz. Ein vierter Pfeil trifft aus nächster Nähe. Und dann ist der Kampf vorbei.

Genau so…

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Geh!

Geh den Weg mit mir oder geh zur Seite.
Halte meine Hand fest oder lasse sie los.
Sieh mich für immer an oder schau weg.
Lass mich für dich da sein oder wende dich ab.
Sei mir nah oder verabschiede dich.

Aber schleiche nicht neben mir am Wegesrand.
Halte mich nicht am kleinen Finger fest.
Drehe dich nicht wieder und wieder zu mir um.
Suche dir nicht das passende raus und verschließe dich vor dem Rest.

Ganz oder gar nicht?
Ja oder nein?
Gemeinsam lebendig sein oder einsam existieren?

Ich habe keine Angst.
Ich würde dir deine gerne nehmen.

Mehr als scheitern können wir nicht.

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Angst

Menschen haben vor allem möglichen Angst.

Meine Oma zum Beispiel hat Angst vor Mäusen. Es ist herrlich, wie sie beim Anblick einer Maus quietscht. Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass wir Enkel das das ein oder andere mal ausgenutzt haben.

Meine Schwester hat Angst vor großen Spinnen. Ich höre immer noch ihr „Paaaaapiiiii“ – und weiß direkt Bescheid. Riesengroß. Haarig. Acht Beine. In unerreichbarer Höhe. Meist war der Staubsauger gefragt.

Eine Freundin im Studium hatte panische Angst vor Käfern. Dadurch wäre sie fast in der Zoologie-Prüfung durchgefallen. Denn vor der Prüfung in Bestimmungsübung musste ich alle Käfer entfernen, bevor sie anfangen konnte zu arbeiten. Es waren 2 von 5. Sie durfte also keine Fehler machen.

Angst haben wir aber auch vor ganz anderen Dingen. Vor dem Tod. Vor Verlust. Niederlagen. Schmerzen. Vor engen Räumen. Oder vor Höhe. Wir haben Angst, uns zu binden. Angst, uns festzulegen. Angst, ja zu sagen. Es könnte ja etwas besseres kommen. Etwas, dass wir mehr mögen. Jemand, der uns lieber mag. Wir warten. Taktieren. Legen uns nicht fest. Aus Angst.

Wir haben Angst, uns einfach fallen zu lassen. Uns in ein Abenteuer zu stürzen. Angst davor, uns auf jemanden wirklich einzulassen. Denn die andere Person könnte zu alt sein. Oder zu jung. Könnte die falsche Religion haben. Das falsche Geschlecht. Die falsche Hautfarbe.

Ja. Wir alle haben Ängste. Wir zeigen sie nicht immer. Doch sie sind da. Sehr präsent. Tag für Tag. Und wir verstecken uns hinter einem starken Auftreten. Bauen eine Mauer. Lassen niemanden hinter unsere Fassade blicken. Bleiben jederzeit gefasst. Durch nichts zu erschüttern. Fast ein wenig unnahbar. Denn was würde es helfen, unsere Ängste zu zeigen? Bringt uns das weiter? Nein! Macht es uns schlauer? Nein! Sagt es uns, was richtig ist? Nein…

Manchmal jedoch lohnt es sich, die Fassade fallen zu lassen. Die Mauer einzureißen. Nicht mehr ganz so stark sein zu wollen. Wir machen niemals alles richtig. Das ganze Leben ist voller wunderbarer Fehler. Fehler, die es sich lohnt, zu machen. Wir wissen nie, ob wir das richtige tun. Ob wir das richtige fühlen. Richtig handeln. Na und? Wir sollten im Hier und Jetzt leben. Etwas tun, weil es sich richtig anfühlt. Auch wenn es vielleicht das Falsche ist. Auf den Menschen zugehen, an dem unsere Gedanken hängen. Auch wenn wir eigentlich Zweifel haben. Nach unseren Intuitionen handeln. Und nicht das tun, was logisch und erklärbar scheint. Wir sollten uns nicht hinter unserer Ängsten verstecken. Nicht hadern. Oder zögern.

„Das Glück muss am Rand der Straße gefunden werden – nicht am Ende des Weges.“

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Nachhaltigkeit

Im Jahr 2019 ein wahnsinnig großes Wort. Jeder spricht davon. Nachhaltig handeln. Nachhaltig leben. Nachhaltig sein. Doch wo fängt man an? Genau da sitzt doch schon das erste Problem. Nachdem man genügend davon geredet hat, weiß man gar nicht so genau, wo man anfangen soll. Ist auch ganz schön schwer, die Welt zu verändern.

Plastiktüten für immer abschaffen. Kopien an Schulen reduzieren. Die Weltmeere säubern. Die Wegwerf-Gesellschaft verändern. Waldrodung verhindern. Neue Wälder aufforsten. Recyceln. Upcyceln. Und das bitte im großen Stil.

Doch was soll ICH dabei tun? Was kann ICH ändern? Zur Freitags-Demo gehen – und dann doch mit dem Flieger in den Urlaub… Weniger Papier verschwenden – aber den Kaffee im ToGo-Becher holen… Es ist und bleibt wahnsinnig schwierig.

Doch ist das so? Ich denke Nein!

Jeder von uns kann einen kleinen Beitrag leisten. Kauft euch einen Thermobecher für den Kaffee. Nehmt Stoffsäckchen um euer Obst und Gemüse zu kaufen. Kauft Dinge in Glas statt in Plastik. Greift zur guten alten Frühstücksdose. Meidet so viel Plastikmüll wie nur irgendwie möglich. Denkt nach beim Einkauf. Es kann so einfach sein, nachhaltiger zu leben. Man muss nur damit beginnen. Im Kleinen. Jeden Tag. Ein Vorbild in den kleinen Dingen sein. Ändere deine eigene Welt. Nur so kann aus etwas Kleinem – etwas Großes werden.

#thinkgreen

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Gegenteiltag

Früher im Kindergarten haben wir Gegenteiltag gespielt. Alles was man gesagt oder getan hat, hat nicht gezählt – denn das Gegenteil war richtig. Es war eine kindliche Möglichkeit, sich hinter Fehlern zu verstecken. Entscheidungen zu treffen, vor denen man vielleicht etwas Angst hatte. Man konnte sich ausprobieren. Und es gab keine Konsequenzen – denn es war ja Gegenteiltag und damit alles anders als es eigentlich war.

Heute spielen wir dieses Spiel immer noch. Unbewusst. Wir sagen etwas – und meinen doch etwas anderes. Doch warum?

Warum sagen wir, dass wir uns nicht melden wollen? Wenn wir es doch eigentlich tun möchten…

Warum sehen wir weg? Wenn wir uns doch eigentlich nicht satt sehen können…

Warum sagen wir, dass es uns gut geht? Wenn es doch eigentlich nicht so ist…

Warum Antworten wir „nichts“? Wenn es doch so viel zu sagen gäbe…

Warum verabschieden wir uns? Wenn wir uns doch gar nicht trennen wollen…

Warum lassen wir los? Wenn wir eigentlich an etwas festhalten wollen…

Heute ist jederzeit Gegenteiltag. Ohne dass es jemand ausspricht. Auch heute verstecken wir uns. Verhalten uns widersprüchlich. Weil es uns schwer fällt, ehrlich zu sein. Zu anderen. Und vor allem zu uns selbst.

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Zeitlos doch nicht ohne Gedanken

Du kannst die Zeit um dich herum vergessen. Den Tag leben. Ohne Minuten. Stunden. Zeitlos. Ohne Orientierung.

Du kannst die Welt um dich herum ausblenden. Nichts und niemanden bemerken. Mit niemandem sprechen. Niemandem zuhören. Niemanden sehen.

Du kannst offline gehen. Ohne soziale Netzwerke. Ohne den täglichen Blick auf den Bildschirm. Ohne Smartphone. Whatsapp. Facebook. Instagram. Ohne Verknüpfung zur Außenwelt.

Du kannst auf dich alleine gestellt sein. Ohne Kontrolle und Zwang. Ohne Empathie und Aufmerksamkeit. Ohne ein Lächeln. Nur du und der weite Horizont.

Du kannst frei sein. Frei von Raum und Zeit. Frei von Zwang und Kontrolle. Frei von Verpflichtung. Von Zuneigung und Freundschaft. Du kannst du sein.

Doch du kannst niemals deine Gedanken ausschalten. Dich nicht vor deinen Emotionen zurückziehen. Deine Wünsche und Sehnsüchte nicht ausblenden. Du kannst nicht davor weglaufen, was dich bewegt. Was dich am Leben hält. Deine Gedanken sind immer bei dir. In all den kleinen Dingen. In all dem was du siehst, wenn du die Augen schließt. Was du hörst, wenn du nichts anderes wahrnimmst. Und was du fühlst, wenn du die Welt um dich herum ausgeschaltet hast. Wenn die Dunkelheit herein bricht. Der letzte Schluck Wein getrunken ist. Das Buch zugeklappt. Das Licht gelöscht. Du kannst nicht ausschalten, was du dann fühlst. Die Geschichten nicht stoppen. Die Tränen nicht verhindern. Deine Gedanken nicht ändern. Niemals.

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MeinSommerregen

Es ist offensichtlich an der Zeit, hier einige Dinge klar zu stellen.

Ich schreibe unglaublich gerne. Schon immer. Von ersten Kurzgeschichten in der Grundschule bis zu den heutigen Worten. Von Erlebnisse beim Einkaufen. Über der neuste Klatsch aus dem Fernsehen. Bis hin zu Dingen, die mich bewegen. Ich liebe die Macht der Worte. Ich liebe es, zu formulieren. Mit Sprache zu spielen. Für mich ist Sprache eine Kunst. Eine Kunst, die man nie beherrschen kann. Man kann sie ausleben, wie man sie für richtig hält. Interpretieren. Gestalten. Aber beherrschen? Nein!

MeinSommerregen ist der Ort, an dem ich dieser Liebe nachgehen kann. An dem ich schreiben kann. Der Ort, an dem meine Worte keine Grenzen kennen. An dem ich allen Gedanken freien Lauf schenken kann. Ganz egal, welche Bedeutung sie haben. MeinSommerregen ist ein Ort fern ab des Alltags. Ein Ort, an dem ich alles sein kann. Was auch immer mich gerade bewegt. Eine Rolle spielen kann. Regeln brechen. Frei und ungezwungen. Hier gibt es keine Konventionen. Keine Tabus. Kein Aber.

Hier gibt es aber auch keine richtige Wahrheit. Hier geht es um all die kleinen Dinge, die wir erleben können. Und dabei sage ich bewusst wir. Denn nicht alles hier habe ich persönlich erlebt. Nicht alles hier ist Teil von mir. Nicht alles hier ist meine Meinung. Vieles basiert auf Dingen, die ich sehe oder höre. Manchmal vollkommen unreflektiert. Mancher Gedanke erfasst mich plötzlich. Und so manches Gefühl schleicht sich unbemerkt heran. Manchmal sind es Träume. Oder Wünsche. Erzählungen. Filme. Bücher. Erlebnisse. An vielen Stellen verschwimmen Wahrheit und Fiktion zu einer Mischung, die man Kunst nennen muss.

Bedenke bitte! Jedes ICH hier, kannst auch DU sein. Wenn du dich darauf einlässt. Lies es und entscheide selbst. Findest du dich wieder oder nicht? Spricht es dir aus der Seele oder nicht? Kannst du etwas mitnehmen oder nicht? Hier kannst du sein, was du nicht bist. Vielleicht auch sein, was du bist. Du kannst nehmen, was du brauchst. Du kannst loslassen, was dich bedrückt. Du kannst lächeln. Oder mit dem Kopf schütteln. Du kannst über all die Worte nachdenken. Du kannst dich mitnehmen lassen auf eine Reise. Aber vergiss nicht: Das, was du hier liest, bist nicht automatisch du. Es bin auch nicht ich. Es ist einfach irgendwas. Oder irgendwer. So werden wir nie sein. So werden wir nie denken. Oder handeln. Denn das hier ist Kunst. Es sind Geschichten. Erfindungen. Gedanken.

Wir aber – sind das wahre Leben.

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